Donnerstag, 20. August 2009

Das wird teuer für Microsoft

Hat Microsoft schnell mal 250 Millionen Dollar verbrannt ? Seid Bill Gates im Scheinruhestand ist gehts zügig bergab mit dem Softwareriesen. Jetzt befindet man sich in der Rolle des Zauberlehrlings, der die Geister nicht mehr los wird, die er rief: Softwarepatente. 1991 hatte Bill Gates es als unabdingbar für den Unternehmenserfolg bezeichnet, so viele Patente wie möglich zu besitzen. Andere haben sich das auch zu Herzen genommen. Und nun sitzt im Herzen von Microsofts Cash Cow Word ein gefährlicher Patentvirus. Weil man für das heute verwendete XML Format Patente der Firma i4i verletzt, und nicht in der Lage ist das mit viel Aufwand politisch durchgesetzte Office Open XML selber zu implementieren, muss man nun entweder zahlen, oder die Auslieferung stoppen.
Hintergrund des Problems: Microsoft hat einen Rechtsstreit gegen i4i verloren. Man will zwar in die Revision, aber die genannten Gründe greifen bislang (Stand 8/2009) nur die Höhe des Betrages an, den man an i4i zahlen muss. Die Rechtmäßigkeit des Anspruch selbst wird nicht bezweifelt. Das sagt dann auch schon alles.
Eine spannende Frage ist dabei, wie das eigentlich passieren konnte ? Hat ein Softwarearchitekt oder Entwickler einfach abgeschrieben ? Hat man nicht gründlich genug recherchiert ? Hat Microsoft überhaupt hinreichend Kontrolle über seine Entwicklungsprozesse, um die von ihm selbst geforderten Patente überhaupt zu handhaben ? Es verdichtet sich der Eindruck das der vom Erfolg verwöhnte Konzern marode ist. Umsätze schrumpfen dramatisch, Gewinne umso mehr, Entlassungen, Produkt Flops. Es sieht so aus als habe sich Gates rechtzeitig aus der Verantwortung verabschiedet.

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